Alte Musik Innsbruck
Alte Musik Innsbruck
25.05.2016

Massenprodukt Alte Musik: Die Rolle der Medien

Massenprodukt Alte Musik: Die Rolle der Medien
Am Podium diskutierten unter der bewährten Moderation von Franz Gratl und Ilse Strauß-Weisz: 

> Alessandro de Marchi | Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
> Eva-Maria Sens | Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
> Hannah und Maria Crepaz | Osterfestival Tirol & musik+
> Kai Luehrs-Kaiser | Musikjournalist, Berlin
> Thomas Nussbaumer | Musikjournalist, Innsbruck
 

Die Standpunkte sind naturgemäß unterschiedlich. Wie bewerten Veranstalter von renommierten Festivals auf der einen Seite und Musikkritiker auf der anderen Seite die Rolle der Medien in der Alten Musik?

Der Berliner Musikjournalist Kai Luehrs-Kaiser übt Kritik an den Innsbrucker Festwochen. Ausgehölt und kaputtgespart seien sie, was Luehrs-Kaiser symptomatisch für ein gesamtösterreichisches Problem hält. Die Innsbrucker Festwochen sind für ihn nur zukunftsfähig, wenn die Ausstrahlungskraft des Festivals wieder zunimmt und die hohen Erwartungen an die musikalische Qualität erfüllt werden.

Einig sind sich die Protagonisten im Argument, dass die Auslastung nicht das einzige Erfolgskriterium sein darf. Eva-Maria Sens von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sieht den Kern eines Festivals darin, sich frei zu machen für neue Ideen. Nur wenn man sich von Vornherein nicht einschränkt, kann das „Besondere“, das ein Festival auch in seiner Definition ausmacht, erreicht werden.

Hannah und Maria Crepaz bemängeln, dass die Alte Musik ihrer Ansicht nach den falschen Weg eingeschlagen hat. Die Beschäftigung mit Alter Musik solle wieder zurückgeführt werden zu ihren Ursprüngen und nicht nur darauf ausgelegt sein, dem Publikum zu gefallen. Alte Musik mit neuen Impulsen zu versehen und die Verbindung mit außereuropäischen und zeitgenössischen Musiken aufzeigen, diesen Grundansatz verfolgen Hannah und Maria Crepaz bei der Programmierung ihres Festivals.

Der Musikjournalist Thomas Nussbaumer betont die Aufgabe der Medien, für Alte Musik zu begeistern, darüber zu informieren und das Selbstbewusstsein der Szene zu stärken. Die große regionale Breite an Veranstaltern, Musikern und interessiertem Publikum bewertet Nussbaumer als Zukunftschance für die Alte Musik in Tirol.