Alte Musik Innsbruck
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23.5.2018

Auf der Suche nach dem romantischen Klang

Auf der Suche nach dem romantischen Klang
Bei unserer letzten conTakt-Veranstaltung begaben wir uns auf die Suche nach dem romantischen Klang.
Zu Gast waren Dr. Dorothea Seel, Traversflötistin und Prof. Christoph Hammer, Spezialist für historische Tasteninstrumente.
Dabei gingen wir im Besonderen auf Techniken ein, die für die damalige Zeit selbstverständlich waren, heute aber in der Interpretation kaum mehr Beachtung finden.
Frau Seel hat in ihrer Doktorarbeit „Der Diskurs um den Klang der Flöte im 19. Jahrhundert“  zahlreiche Flötenschulen unter Anderem im Hinblick auf die Verwendung des Vibratos untersucht, erläuterte Techniken wie zum Beispiel das „Klopfen“ und das „Überziehen“ und demonstrierte diese am Instrument. Sie ging auf bauliche Unterschiede verschiedener Flöten ein und wies auch auf die klangliche Auswirkung spezieller technischer Veränderungen hin.
Auch die Vielfalt der Stimmtonhöhen und Instrumententypen in ihrer enormen regionalen Variantenbreite wurden thematisiert. Nicht selten kam es vor, dass zum Beispiel neuere Instrumente wieder älteren weichen mussten oder ein Komponist gewisse Instrumententypen favorisierte. Von einer linearen Entwicklung im Flötenbau kann also nicht gesprochen werden.
Parallel dazu erläuterte Christoph Hammer die Entwicklung der Hammerflügel, sprach über unterschiedliche länderspezifische klangliche Ausformungen der Instrumente und strich dabei heraus, dass die eigentliche Herausforderung für die Interpreten die Flexibiltät war, sich auf das jeweilige Instrument (in meist relativ kurzer Zeit, wie heute auch) einzustellen.
Diese Flexibilität wurde von beiden Musikern beim anschließenden Musiksalon im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Sie musizierten auf verschiedensten Originalinstrumenten: Flöten von Ziegler, Böhm, Kruspe, Liebl und Koch sowie ein Nachbau eines Flügels von Anton Gabriel Walter (Wien um 1790), ein Hammerflügel von Conrad Graf (Wien um 1835) und ein weiteres Instrument von Johann Baptist Streicher (Wien 1847).