Alte Musik Innsbruck
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14.03.2018

„Die Obsession des Sammelns“

„Die Obsession des Sammelns“

© AUDIOVERSUM

Am Mittwoch, 14.3. stand die conTakt – Veranstaltung ganz im Zeichen des Sammelns von Instrumenten.
„Die Obsession des Sammelns“ lautete also der Titel und dabei ging es um die Motive der leidenschaftlichen Sammler.
Die Gäste, praktizierende Musiker, Musikwissenschafter und Kustoden beleuchteten die verschiedenen Aspekte im Umgang mit ihren jeweiligen Sammlungen.

Beginnend mit einer Vorstellung des neu gebauten Sammlungs- und Forschungszentrums in Hall erläuterte der Musikkustos der Tiroler Landesmuseen, Dr. Franz Gratl, die neuesten Methoden der Restaurierung, Aufbewahrung und Nutzung der Sammelobjekte.

Dr. Stefan Hackl zeigte ein paar Pretiosen seiner umfangreichen Sammlung historischer Gitarreninstrumente, vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Namen wie Johann Georg Stauffer, Victorin Drassegg, Hermann Hauser und andere wurden genannt und mit Originalinstrumenten belegt. Besonders in Erinnerung wird der respektvolle Umgang mit den Instrumenten bleiben, die persönliche Beziehung zu jedem dieser klingenden Zeugen der Vergangenheit. Eindrucksvoll präsentierte er zusammen mit seiner Ehefrau Ruth Hackl einige dieser schönen Instrumente auch klanglich in Duetten von Mertz, Call und anderen.

Dr. Dorothea Seel gewährte Einblick in ihre umfangreiche Flötensammlung, wobei sie darauf Wert legte, keine Sammlerin im eigentlichen Sinn zu sein. Die Suche nach dem authentischen Klang ist bei ihr die Motivation, originale Instrumente zu finden und spielbar zu machen. In einer kurzen Live–Übesequenz machte sie auf die Herausforderungen im Umgang mit der klanglichen Balance und den damit verbundenen verschiedensten Griffmöglichkeiten aufmerksam.

Diesem Grundmotiv der Suche nach dem Klang schloss sich ebenfalls der Fagottist und Musikwissenschafter Dr. Klaus Hubmann an, der auch zwei seiner originalen Fagotte klanglich demonstrierte. Er brachte auch einen Csakan, ein kürzlichst erstandenes Berchtesgadener Fleitl und eine romantische Gitarre mit. Seine Annäherung an historische Musikalien geht dahin, dass sie an die jeweiligen Orte ihrer Entstehung rückgeführt werden sollten. So geschehen mit zahlreichen Notenfunden, die er diversen Landesmuseen zur Vervollständigung ihrer Sammlungen übermittelt hat.

Klar kam an diesem Abend heraus, dass unsere Gäste nicht nur Instrumente sammeln, sondern auch das Wissen rund um diese aufbereiten und auch gerne weitergeben. Eine derartige (private) Sammlung ist von unbezahlbarem, kulturellem Wert.

Anekdoten aus Sammellust und Sammelfrust rundeten diese sehr abwechslungsreiche und äußerst informative Veranstaltung ab.